Wir im Quartier

Ausflugsziele in NRW: Quartiersmuseen im Portrait

Sie sind noch auf der Suche nach geeigneten Ausflugszielen in der Ferienzeit? Wie wäre es mit interessanten Ausflugszielen direkt vor der Haustür? An dieser Stelle möchten wir Ihnen unsere Quartiersmuseen vorstellen. Beispielhaft haben wir mit dem Bergarbeiter-Wohnmuseum in Lünen-Brambauer und dem Kolonie-Museum in Leverkusen zwei Highlights portraitiert. Erleben Sie die Geschichte unserer heutigen Quartiere hautnah vor Ort.

Ohne die Vivawest Stiftung würde es viele unserer heutigen Quartiersmuseen nicht mehr geben. Sie unterstützt diese Projekte und macht somit auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte in Zukunft zugänglich und erlebbar.

„Unsere Quartiere sind oftmals über Jahrzehnte hinweg gewachsen und haben ihre eigene Geschichte, die vielfach im Bergbau oder der Chemieindustrie wurzelt. Wir tragen mit unserer Unterstützung dazu bei, diese Geschichte wachzuhalten: ob mit dem Bergarbeiterwohnmuseum in Lünen-Brambauer, dem Bergbaugeschichtsverein in Dorsten-Hervest oder dem Koloniemuseum in Leverkusen-Wiesdorf,“, so Thomas Wels, Geschäftsführer der Vivawest Stiftung.

Bergarbeiterwohnmuseum in Lünen-Brambauer

Wer sich für die Geschichte des Ruhrgebietes interessiert, sollte unbedingt das Bergarbeiter-Wohnmuseum in Lünen-Brambauer besuchen. Hier bekommen Besucher einen anschaulichen Eindruck davon, wie Bergarbeiter vor hundert Jahren gelebt haben.

Das kleine, liebevoll eingerichtete Museum wurde 1994 im Zuge einer umfangreichen Sanierung der gesamten Siedlung gegründet. Die Hälfte eines 1904/05 gebauten Zechenhauses wurde vom Keller bis zum Dachgeschoss entsprechend den Lebensumständen einer Bergarbeiterfamilie aus der Zeit um 1920 bzw. 1930 hergerichtet. „Jakob Mühlmann“ war einer der ersten Mieter, der mit seiner Familie in eine der Wohnungen des jetzigen Bergarbeiterwohnmuseums zog. Der heute noch existierende Mietvertrag hängt gut sichtbar direkt neben der Eingangstür im Flur. 

„Die Menschen waren Selbstversoger“, erläutert Dr. Andreas Abels, der Führungen durch das Museum anbietet. „Supermärkte gab es nicht, niemand hatte viel Geld. Also hatte fast jeder einen Stall mit Schweinen im Haus. Darüber hielten die Menschen Hühner und oben auf dem Dachboden war der Taubenschlag. Hinter den Häusern gab es große Gärten, in denen die Familien Obst und Gemüse anbauten.“ Mangels fließenden Wassers hatten die Häuser Plums-Klos, die einmal im Jahr geleert wurden. „Der Inhalt wurde als Dünger auf den Äckern verteilt. Das war bestimmt eine sehr beliebte Arbeit“, schmunzelt Dr. Andreas Abels, der als Kind selbst in der Siedlung großgeworden ist – allerdings zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Wohnungen bestehen aus Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer; eine der beiden Wohnungen hat zusätzlich ein Kinderzimmer. Alle Räume sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Die ersten Museumsstücke stammten von einem ortsansässigen Antiquitätenhändler. In der Folgezeit wurde der Bestand von umliegenden Anwohnern und von auswärtigen Besuchern umfangreich ergänzt (Küchen- und Handwerksgeräte, Kleinmöbel, Dekoration, Fotos u. a.).

Keller und Hof sind zur optionalen Bewirtung von Museumsgästen eingerichtet. Auch Gruppen aus Vereinen, Unternehmen usw. sowie Schulklassen sind herzlich willkommen. Das Museum ist zudem ein Trauort des Standesamtes Lünen. In der „Guten Stube“ haben sich bereits eine Reihe von Paaren das Ja-Wort gegeben. Auch verschiedene Kino- und Fernsehproduktionen nutzten das Museum als Kulisse.


Bergarbeiter-Wohnmuseum in Lünen-Brambauer

  • Adresse: Rudolfstraße 10, 44536 Lünen
  • Öffnungszeiten: Sonntag: 15–17 Uhr, Dienstag: 15-17 Uhr, Donnerstag: 17–19 Uhr
  • Eintritt: 1,50 €, inklusive Führung 2,00 €. Kinder haben freien Eintritt.

Kolonie-Museum Leverkusen: Eine Reise in vergangene Zeiten

Willkommen im Kolonie-Museum Leverkusen. Hier wird die Geschichte der 20er und 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts lebendig und folgende Fragen beantwortet: Wie hat man früher ganz ohne Fernsehen, Internet und Smartphone gelebt und wie sah der klassische (Arbeiter-)Alltag in der ehemaligen Kolonie Anna in Leverkusen-Wiesdorf aus? Wie wurde zu damaligen Zeiten gewaschen und wie konnten Lebensmittel für den Winter haltbar gemacht werden?

In dem kleinen Museum an der Nobelstraße 78 wird der einzigartige Charme der Wohn-Kolonie zum Leben erweckt. Vom Keller bis zum Dachboden wurden alle Räume liebevoll restauriert und zum größten Teil auf den damaligen Stand gebracht. Eine Hommage an vergangene Tage und das Leben dieser Zeit.


Das Kolonie-Museum wurde 2005 zeitgleich mit der Landesgartenschau eröffnet. Seitdem wird es vom Freundes- und Förderkreis des Kolonie-Museums Leverkusen e.V.  betrieben und von der Vivawest Stiftung unterstützt. Das Museum ist nicht nur ein Anlaufpunkt für Stadtrundfahrten, Schulausflüge und einer spannenden Geocaching-Tour durch die Kolonie II, sondern auch ein tolles Ausflugsziel für Groß und Klein.

Kolonie Anna

Die Kolonie II (auch „Anna“ genannt) ist eine Wohnsiedlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts von der Bayer AG (damals noch Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co.) für ihre Arbeiter errichtet wurde. Während die ehemalige Kolonie I aus einfachen ziegelsichtigen Mehrfamilienhäusern bestand, orientierte sich die Kolonie Anna mit abwechslungsreichen Fassaden und geschwungenen Straßenführungen am Ideal der Gartenstadt. Auch wenn das Gesamtbild wunderbar harmonisiert und auf den ersten Blick identisch erscheinen mag, hat jedes der Häuser auch heute noch seine ganz individuelle Note. Seien es unterschiedliche Dachgiebel, andere Fenster oder unterschiedlich gestaltete Eingangsbereiche. Zu jeder der mehr als 1.000 Wohnungen gehörte ein kleiner Nutzgarten, der den Anwohnern auch heute noch als kleine Ruheoasen dient.


Das damalig überschaubare Wiesdorf hat sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt. Heute liegt die beliebte Siedlung nur einen Katzensprung von der Leverkusener Innenstadt entfernt. Dennoch ist die Atmosphäre entspannt – wie ein kleines Dorf inmitten der großen Stadt.


Ehrenamtliches Engagement

Der Hausstand des Museums ist im Laufe der Zeit immer weiter gewachsen, sodass hier ein authentischer Eindruck der Lebensumstände von damals geboten wird. Fast alle Möbel, Einrichtungsgegenstände und Dinge des damals alltäglichen Lebens wurden dem Museum im Laufe der Zeit gespendet. Zu den meisten Stücken kann man während einer persönlichen Führung mehr erfahren. Rund 16 Ehrenamtliche engagieren sich tatkräftig, um das Museum in Schuss zu halten und Interessierte in die Geschichte eintauchen zu lassen.   


Das Kolonie-Museum freut sich auf Ihren Besuch und darauf, Sie vom besonderen Charme der Kolonie Anna und dem Kolonie Museum zu begeistern.


Kolonie-Museum Leverkusen

  • Adresse: Nobelstr. 78/82, 51373 Leverkusen
  • Öffnungszeiten: Samstag: 15.00 - 18.00 Uhr, Sonntag:  15.00 - 18.00 Uhr und nach persönlicher Vereinbarung
  • Eintritt: frei – über eine Spende freut man sich

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